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Nachlässe & Erbschaft · Diamantaires OG

Tarif und Freibeträge, die auf geerbten Schmuck angewendet werden

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Schmuck unterliegt keiner besonderen Besteuerung: Sein Wert wird zu dem der anderen Güter des Verstorbenen hinzugerechnet, und jeder Erbe wird je nach Verwandtschaftsgrad nach Abzug seines persönlichen Freibetrags besteuert. Hier sind die geltenden Zahlen und was sie konkret bedeuten.

Die Freibeträge pro Erbe

  • Überlebender Ehegatte, eingetragener Lebenspartner (PACS): vollständige Befreiung — keine Steuer zu zahlen, unabhängig vom Wert des übertragenen Schmucks.
  • Kind: 100.000 € Freibetrag, pro Elternteil und pro Kind.
  • Enkelkind (in Erbfolge oder durch Schenkung): 1.594 € bei der Erbschaft, außer bei Erbfolge anstelle des vorverstorbenen Elternteils.
  • Bruder oder Schwester: 15.932 € (mit möglicher vollständiger Befreiung unter strengen Bedingungen bezüglich Alter, Ledigstatus und Zusammenleben).
  • Neffe oder Nichte: 7.967 €.
  • Person mit Behinderung: zusätzlich 159.325 €, kombinierbar mit dem Freibetrag, der sich aus dem Verwandtschaftsverhältnis ergibt.

Der progressive Tarif in direkter Linie

Nach dem Freibetrag wird der Anteil jedes Kindes in Stufen besteuert:

  • bis 8.072 €: 5 %
  • von 8.072 bis 12.109 €: 10 %
  • von 12.109 bis 15.932 €: 15 %
  • von 15.932 bis 552.324 €: 20 %
  • von 552.324 bis 902.838 €: 30 %
  • von 902.838 bis 1.805.677 €: 40 %
  • über 1.805.677 €: 45 %

Zwischen Geschwistern: 35 % bis 24.430 €, danach 45 %. Für Neffen und Nichten sowie Verwandte bis zum 4. Grad beträgt der Satz 55 %; er erreicht 60 % zwischen nicht verwandten Personen.

Drei Zahlenbeispiele

Ein Ehegatte erbt den Schmuck

Eine Witwe erbt den Schmuck ihres Ehemanns, geschätzt auf 80.000 €. Da der überlebende Ehegatte von der Erbschaftssteuer befreit ist, ist auf diesen Schmuck keine Steuer zu zahlen. Er muss jedoch trotzdem angemeldet werden: Er fließt in die Erbmasse ein und beeinflusst die Anteile aller.

Zwei Kinder, eine Erbschaft von 700.000 €

Die Erbschaft umfasst eine Wohnung (600.000 €) und Schmuck (100.000 €). Jedes Kind erhält 350.000 €, abzüglich 100.000 € Freibetrag, also 250.000 € steuerpflichtig: etwa 48.200 € Steuern pro Kind. Der Anteil, der auf den Schmuck entfällt (50.000 € pro Kind, in der Stufe von 20 %), entspricht etwa 10.000 € Steuern für jedes.

Eine Nichte erbt ein Schmuckensemble

Eine Nichte erhält ein Schmuckensemble im Wert von 30.000 €. Nach dem Freibetrag von 7.967 € beträgt der steuerpflichtige Anteil 22.033 €, besteuert mit 55 %: etwa 12.100 € Steuern. Dies ist der typische Fall, in dem der für den Schmuck angesetzte Wert schwer wiegt — und wo eine seriöse Expertise, weder zu hoch noch zu niedrig, die Rechnung wirklich verändert.

Warum der angesetzte Wert so wichtig ist

Eine Überbewertung von 20.000 € bei einem Schmuckkonvolut kostet einem Kind zusätzlich 4.000 € Steuern (Stufe von 20 %), und bis zu 11.000 € einem Neffen (55 %). Eine Unterbewertung hingegen setzt einer Nachzahlung mit Zinsen aus. Es geht also nicht darum, „niedrig anzugeben“, sondern korrekt anzugeben, mit einem Dokument, das Bestand hat.

Aktualisiert am 24. Juli 2026 — Die Tarife und Freibeträge können sich mit jedem Finanzgesetz ändern.

Korrekt angeben, weder zu hoch noch zu niedrig

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Häufige Fragen

Tarif und Freibeträge

Gilt der Freibetrag von 100.000 € separat für Schmuck?+

Nein. Der Freibetrag ist persönlich: Er wird einmal auf den gesamten Anteil des Erben angewendet, unabhängig von der Art der Güter. Der Schmuck wird einfach zu diesem Anteil hinzugerechnet.

Muss der überlebende Ehegatte Steuern auf Schmuck zahlen?+

Nein, der überlebende Ehegatte und der eingetragene Lebenspartner (PACS) sind von der Erbschaftssteuer vollständig befreit. Der Schmuck muss jedoch trotzdem in der Erbschaft angemeldet werden.

Sind Schmuckstücke von der Berücksichtigung früherer Schenkungen betroffen?+

Ja, wie andere Güter auch: Eine Schenkung von Schmuck, die innerhalb der fünfzehn Jahre vor dem Tod erfolgt ist, wird bei der Berechnung der Freibeträge berücksichtigt. Ihr Notar wird dies berücksichtigen.

Zu Lebzeiten übertragen: die Schenkung von Schmuck

Ein Schmuckstück vor dem Tod zu verschenken unterliegt anderen Regeln — oft vorteilhafter, sofern man sie kennt:

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