Nachlässe & Erbschaft · Diamantaires OG
Freibeträge für verschenkten Schmuck
Ein Schmuckstück zu verschenken ist nicht zwangsläufig teuer: Die Schenkungsfreibeträge ermöglichen es in vielen Familien, ohne Steuerzahlung zu übertragen. Man muss nur wissen, welche davon gelten – und welche ausdrücklich nicht.
Die Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad
- Kind: 100.000 € pro Elternteil und Kind. Ein Paar kann somit jedem Kind 200.000 € steuerfrei übertragen.
- Enkelkind: 31.865 € pro Großelternteil.
- Urenkelkind: 5.310 €.
- Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner: 80.724 € (die vollständige Befreiung gilt nur für Erbschaften, nicht für Schenkungen unter Lebenden).
- Bruder oder Schwester: 15.932 €.
- Neffe oder Nichte: 7.967 €.
- Behinderte Person: zusätzlich 159.325 €, kumulierbar.
Über den Freibetrag hinaus gilt derselbe progressive Steuersatz wie bei Erbschaften: 5 % bis 45 % in direkter Linie, 35 % und dann 45 % zwischen Geschwistern, 55 % für Neffen und Nichten, 60 % zwischen nicht verwandten Personen.
Der Fünfzehn-Jahres-Zähler
Diese Freibeträge erneuern sich alle 15 Jahre. Die Frist beginnt mit der Erklärung der Schenkung, was ein weiterer Grund ist, auch dann zu erklären, wenn keine Steuer anfällt: Ohne Erklärung startet der Zähler nie.
Alle Schenkungen desselben Schenkers an denselben Begünstigten innerhalb der letzten 15 Jahre werden für die Berechnung des Freibetrags und des Steuersatzes zusammengerechnet. Ein heute verschenktes Schmuckstück kann also den nach einer früheren Schenkung verbleibenden Rest aufbrauchen.
Die Falle: Die 31.865 € der Familienzuwendung gelten nicht für Schmuck
Zusätzlich zu den obigen Freibeträgen gibt es eine spezifische Befreiung von 31.865 € nach Artikel 790 G des französischen Steuergesetzbuchs, oft als „Familienzuwendung“ oder „Sarkozy-Schenkung“ bezeichnet. Sie ist mit dem regulären Freibetrag kumulierbar, was sie sehr attraktiv macht – jedoch ist sie ausschließlich für Schenkungen von Geldbeträgen reserviert.
Die Bedingungen sind genau: Der Schenker muss am Tag der Schenkung jünger als 80 Jahre sein, der Begünstigte volljährig oder emanzipiert, und es muss sich um ein Kind, Enkelkind, Urenkelkind oder in Ermangelung von Nachkommen um einen Neffen oder eine Nichte handeln.
Ein Schmuckstück, eine Uhr, ein Diamant sind Sachwerte: Sie sind von dieser Regelung ausgeschlossen. Dies ist eine der häufigsten Verwechslungen, die uns begegnen, und sie kann teuer werden für denjenigen, der geglaubt hat, 31.865 € in Schmuck steuerfrei übertragen zu können.
Zwei berechnete Beispiele
Eine Mutter schenkt ihrer Tochter ein Schmuckset
Das Set wird auf 45.000 € geschätzt. Die Tochter hat nie zuvor eine Schenkung erhalten: Der Freibetrag von 100.000 € deckt die Schenkung vollständig ab. Keine Steuer zu zahlen – aber die Erklärung bleibt notwendig, und der Freibetrag wird für die nächsten 15 Jahre um 45.000 € aufgebraucht.
Ein Großvater schenkt seinem Enkel eine Uhr
Die Uhr ist 40.000 € wert. Der Enkelfreibetrag beträgt 31.865 €: Der steuerpflichtige Teil beläuft sich auf 8.135 €, der in den ersten Stufen des Steuersatzes besteuert wird, also etwa 410 € Steuern. Hätte der Großvater 40.000 € in bar geschenkt, hätte die Familienzuwendung hinzugerechnet werden können und die Besteuerung aufgehoben – ein perfektes Beispiel für die unterschiedliche Behandlung von Geld und Schmuck.
Aktualisiert am 25. Juli 2026 – die Freibeträge und Erklärungsmodalitäten ändern sich regelmäßig; überprüfen Sie die zum Zeitpunkt Ihrer Schenkung geltende Regelung.
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Häufig gestellte Fragen
Freibeträge: Ihre Fragen
Kann man den Freibetrag von 100.000 € und die Familienzuwendung von 31.865 € kombinieren?+
Ja, aber nur für eine Geldschenkung, die die Altersbedingungen erfüllt. Bei einem Schmuckstück gilt nur der reguläre Freibetrag je nach Verwandtschaftsgrad.
Was passiert, wenn das Schmuckstück den Freibetrag übersteigt?+
Der überschüssige Teil wird nach dem für den Verwandtschaftsgrad geltenden Steuersatz besteuert. Genau deshalb ist eine korrekte Schätzung wichtig: Jeder tausend Euro Überbewertung kosten Geld.
Ist es möglich, zwei Kindern Schmuck von gleichem Wert zu schenken?+
Ja, und das ist oft der beste Weg, um spätere Spannungen zu vermeiden. Allerdings müssen die Werte tatsächlich gleichwertig sein: Zwei scheinbar vergleichbare Schmuckstücke können sich vom Wert her um das Drei- bis Vierfache unterscheiden.
Schmuck verschenken: unsere weiteren Ratgeber
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